Geld & Geldsysteme

Was kostet 1 Kilogramm Geld – Warum die Maßeinheit des Geldes endlich definiert werden sollte.

Ein Kilogramm ist jetzt ein Kilogramm! Aber wie viel von was sind jetzt hundert Euro?
Die physikalischen Basiseinheiten wurden November 2018 neu definiert. Naturkonstanten wie die Elementarladung sind künftig bis auf die letzte Nachkommastelle bekannt. Aber das Geld wurde vergessen. Die Relevanz und die Vorteile von internationalen Maßeinheiten braucht man nicht mehr zu diskutieren. Wie wichtig demnach eine internationale Definition für Geldeinheiten und Währungen ist möchte ich in diesem Aufsatz erläutern.

Am 16.11.2018 entschied die 26. Generalkonferenz für Maß und Gewicht in Versailles über die Neufassung des internationalen Einheitensystems. Damit ändert dieses Komitee der Naturwissenschaftler das Konzept der Basiseinheiten fundamental. Das Gremium legte nämlich die Werte von sieben Naturkonstanten exakt fest und leitet dann die sieben SI-Basiseinheiten davon ab. Sobald man eine physikalische Größe misst, muss man sie auf eine Einheit beziehen. Die Geschwindigkeit kann in Meter pro Sekunde oder in Lichtjahren pro Legislaturperiode gemessen werden, man muss sich nur darauf einigen. Das SI-System (Système international d’unités, internationales Einheitensystem) leistet genau das: Es legt international akzeptierte Einheiten für sieben physikalische Größen, die Basiseinheiten, fest. Bei der Internationalen Generalkonferenz für Maß und Gewicht (CPGM) treffen sich die Bevollmächtigten der Mitgliedsstaaten der sogenannten Meterkonvention in Versailles.

Ein einheitliches Maßsystem hat evidente Vorteile und vermeidet Konfusion. Ein bitteres Negativbeispiel: Der Mars Climate Orbiter ist 1999 abgestürzt, weil die Software für die Drallstabilisierung in britischen Einheiten programmiert wurde, während die NASA für die Steuersignale das metrische System verwendete.

Verständigungsprobleme dieser Art werden durch das SI-System ausgeschlossen. Man verwendet sieben Basiseinheiten, deren bekannteste Meter (m) für die Länge, Kilogramm (kg) für die Masse und Sekunde (s) für die Zeit sind. Daneben definieren Ampere (A) die Stromstärke, Kelvin (K) die Temperatur, das Mol (mol) die Stoffmenge und Candela (cd) die Lichtmenge. Alle anderen physikalischen Einheiten können aus den sieben Basiseinheiten abgeleitet werden. Tatsächlich gelten diese Zusammenhänge für Sekunde, Meter und Candela schon länger, für Kilogramm, Ampere, Kelvin und Mol und damit für das gesamte SI-Einheitensystem wird dieser Schritt im Jahr 2018 nun erstmals vollzogen.

Wir bekommen bis ins kleinste Detail die unglaublichen Naturphänomene vermessen. Das Bewusstsein über die Zahl Pi und die Verwendung eines mathematischen Dezimalsystems helfen uns Wunder zu erschaffen und zu verstehen. Aber für die Definition des Maßsystems Geld fehlt nach wie vor jeglicher Ansatz. Dabei wird es endlich Zeit auch die Maßeinheit im Geld und ihre Ausprägungen einmal im Detail zu definieren. Kann mir zum Beispiel mal bitte jemand sagen was ein Euro nun ist und was ich beim Herausgeber Staat dafür nun bekomme außer wieder D-Mark oder Franc! Ach ich habe ganz vergessen das Geld kommt ja von der Bank und die handelt mit der Fantasie. In den USA ist das noch ein ganz anderes Spiel, als wie in Europa, aber darauf will ich hier nicht weiter eingehen.

In diesem Aufsatz beziehe ich mich unter anderem auf Aussagen des Religionsphilosophen Allan Watts, die ich mit meinen eigenen Interpretationen verknüpfe und von 1971 mit Bezug auf Cryptowährungen auf den neuesten Stand der Zeit heben möchte.

 

Geld ist eine Maßeinheit für Wohlstand. Geld ist kein Wohlstand!

Was ist Geld noch?

Geld ist eine Maßeinheit für eine abgesprochene Leistung in einer bestimmten Zeit!

Geld ist in diesem Sinne genauso zu Betrachten wie Zentimeter, Liter, Kilo usw.

Wenn wir dieser Aussage zustimmen, dann können wir uns der Sache wie folgt annähern:

Euronoten entsprechen Centimeter sie definieren Wohlstandeinheiten, die sich zusammensetzen aus Materiellen Ressourcen, Energie, und Intelligenz. Die Währungen der Welt sollten daher dringendst mindestens einer Konstanten aus dem SI-System gegenübergestellt werden!

Die Lüge vom echten Geld

Dem Dogma des Goldes geschuldet, denken wir tatsächlich das Geld echt sei, was auch immer „echt“ bedeuten mag. Geld ist Gold bereits überlegen, es hat alle Eigenschaften, die ein vernünftiges Tauschmittel haben muss; eine Rechnungseinheit; ein Wertspeicher; und gelegentlich in der Vergangenheit einen Standard für Zahlungsaufschub. Jede Art von Objekt, das diese Funktionen erfüllt, kann als Geld betrachtet werden. Bisher galt nur Gold jedoch als Geld bzw. Geldersatz, da die Banken Gold reserviert hatten, auf dessen Grundlage sie Banknoten oder Währungen herausgaben. Dies waren im Wesentlichen Schuldscheine, die besagten, dass Sie diese Goldmenge bezahlen würden, wenn Sie die Währung vorlegen. Dies hat sich jedoch längst geändert, und man kann bei Vorlage des Bargeldes weder Gold, Silber noch eine andere Basis-Tauscheinheit mehr zurückverlangen. Geld ist mittlerweile zu einem vollständigen immateriellen Konzept geworden, das durch Zahlen im System dargestellt wird. In welchen Sinne Geld also echt ist kann unter aktuellen Umständen niemand auf dem Planeten erklären, denn Geld ist nach wie vor eine Phantasie. Ein Hirngespinst unserer Gesellschaft, welches ihr zeitgleich unendliches Potential zum Guten wie zum Schlechten bereitstellt. Geld ist die einzig existierende dynamische Konstante in unserem Weltbild, die existenziell betrachtet wirklich unendlich ist und nicht an den Energie-Erhaltungssatz oder die Gesetze der Thermodynamik gekoppelt ist. Damit beweist das Geld, das es unrealistisch ist, und in seiner Ausprägung und Deutung nur Formen von Vertrauen und Statistik untergeordnet ist.

„Was damals nicht verstanden wurde und heute noch nicht wirklich verstanden wird, ist, dass die Realität des Geldes der Realität von Zentimetern, Gramm, Stunden oder Längengraden entspricht. Geld ist ein Weg, um Wohlstand zu messen, aber nicht Reichtum an sich. Eine Truhe mit Goldmünzen oder eine dicke Brieftasche mit Geldscheinen ist für einen gekenterten Matrosen alleine auf einem Floß von keinerlei Nutzen. Er braucht echten Reichtum in Form einer Angelrute, eines Kompasses, eines Außenbordmotors mit Treibstoff und einer weiblichen Begleitung.“

Diese tief verwurzelte und archaische Verwirrung von Geld und Wohlstand ist jetzt der Hauptgrund dafür, dass wir die Entwicklung unseres technologischen Genies für die Herstellung von mehr als nur ausreichend Nahrungsmitteln, Kleidung, Wohnraum und Hilfsmitteln für jeden Menschen auf der Erde nicht voll ausschöpfen. Es wäre jetzt schon möglich, dass Elektronik, Computer, Automatisierungstechniken und andere Errungenschaften der Massenproduktion uns möglicherweise in ein Zeitalter des Überflusses heben, in dem die politischen und wirtschaftlichen Ideologien, ob links, in der Mitte oder rechts einfach der Vergangenheit angehören.  Es bestünde schon seit langem kein Verlangen mehr an den alten sozialistischen oder kommunistischen Plänen, die Reichen zu berauben, um die Armen zu bezahlen, oder eine angemessene Verteilung des Reichtums durch den rituellen und ermüdenden Hokuspokus der Besteuerung zu finanzieren.

Aber es passiert nichts, denn die Leute haben Angst vor Veränderung!

Wenn sich die Gesellschaft richtig entwickelt, dann kann es bald sein, das niemand Steuern zahlen wird, niemand Bargeld bei sich haben muss, Dienstprogramme werden kostenlos sein, und jeder wird eine allgemeine Kreditkarte bei sich tragen. Diese Karte gilt bis zu dem Anteil jedes Einzelnen an einem garantierten Grundeinkommen oder einer nationalen Dividende, die kostenlos ausgestellt wird. Darüber hinaus kann jeder noch mehr verdienen, indem er sich durch Kunst oder Handwerk auf ehrliche Art gleich doppelt bereichert – Monetär, Geistig und Körperlich. Berufe und jeglicher Handel, die nicht durch Automatisierung verdrängt wurden erleben eine Renaissance.
(Für detaillierte Informationen über die Mechanismen einer solchen Wirtschaft empfehlen sich die Büch von Robert TheobaldsHerausforderung des Überflusses und der freien Menschen und der freien Märkte sowie auf eine Reihe von Aufsätzen verweisen, die er bearbeitet hat; The Guaranteed Income.)

Aber woher kommt das Geld?

Solche abscheulichen Vorstellungen vom Grundeinkommen werden das klassische Geschrei auslösen: “Aber wo kommt das Geld her?” oder “Wer zahlt die Rechnungen?” Aber der Punkt ist, dass das Geld nicht von irgendwoher kommt und nie kam, als wäre es etwas wie Holz, Eisen oder Wasserkraft. Auch hier gilt: Geld ist ein Maß für Wohlstand und oder Leistung. Und wir erfinden Geld, genauso wie die Temperaturskala oder das Maß des Gewichts erfinden. Wenn man eine große Ladung Eisenerz abbaut muss man auch niemanden für “tausend Tonnen” fragen oder Messeinheiten ausleihen, bevor man damit etwas anfangen kann. Im Gegensatz zum Geld ist wahrer Reichtum die Summe aus Zeit, Energie, technischer Intelligenz; und Rohstoffe. Gold als Geldersatz unterliegt übrigens den gleichen Gesetzen. Gold selbst ist nur dann Reichtum, wenn es für praktische Zwecke wie das Auffüllen von Zähnen verwendet wird, an Hifi-Steckern oder um damit die Gunst von Frauen zu erkaufen. Stattdessen wird es weg gesperrt und versteckt und von daher für reelle Anwendungen unzulänglich, weil es als als Rohstoff weitgehend aus dem Verkehr gezogen wird.

Der ehemalige Goldstandard im Sinne einer Grundsicherung ist von daher völlig überbewertet. Denn wenn das Geld Gold oder Silber sein muss, ist die Ausdehnung und Verteilung von großem Reichtum in Form von Weizen, Geflügel; Baumwolle; Gemüse, Butter; Wein, Fisch oder Kaffee gefährdet, weil man zuerst auf die Entdeckung von neuem Gold und Silber warten müsste bevor es weitergehen kann.

Dieser offensichtlich lächerliche Zwiespalt wurde bisher umgangen, indem die Staatsverschuldung um ein Stück semantischen Obskurantismus erhöht wurde, auf dessen Basis sich eine Nation Kredit- oder Kaufkraft verleiht; nicht in Edelmetallbeständen; sondern auf echten Wohlstand in Form von Produkten und Materialien und mechanischer Energie. Wenn die Staatsschulden die Gold- oder Silberreserven weit übersteigen; wird allgemein angenommen, dass ein Land mit einer hohen Staatsverschuldung, das über sein Einkommen hinaus ausgibt, sich damit auf dem Weg in Armut und Ruin befindet. Ungeachtet dessen, wie enorm seine Energie- und Materialvorräte sind. (unbeachtet dem dubiosen Treiben von Ratingagenturen) Dies ist die grundlegende Verwirrung zwischen Interpretation und Wirklichkeit, hier geht es um die schlechte Magie des Wortes “Schuld”, was als “Schuldverschreibung” verstanden wird. Die Staatsverschuldung sollte jedoch als Staatskredit bezeichnet werden. Durch die Ausgabe nationaler (oder allgemeiner) Kredite; die Bevölkerung sich Kaufkraft verleiht, die dabei hilft, ihre tatsächlichen Güter und Dienstleistungen, die weitaus wertvoller sind als jede Menge an Edelmetall zu verteilen und dann damit auch weiter zu wirtschaften.

Trotzdem gibt es Menschen, die materiellen Reichtum verschwenden oder einfach verrotten lassen oder nutzlos horten, weil es ihnen an an rein abstrakten Dingen wie Dollar oder Pfund oder Euro, mangelt. Der technologische Fortschritt macht es eigentlich möglich, dass wir nur minimale Beschäftigung brauchen. Ist es nicht offensichtlich, dass der ganze Sinn und Zweck von Maschinen und Computern darin besteht, die Arbeit loszuwerden?

Wenn wir die für die Sicherung der Grundbedürfnisse erforderliche Arbeit also loswerden, haben wir viel mehr Freizeit, entweder zum Vergnügen, Müßiggang, oder um sich weiter zu entwickeln, aber das scheint ja nicht erwünscht zu sein. Aber mit der charakteristischen Blindheit derer, die das Symbol nicht von der Realität unterscheiden können, degradieren wir in unserem Wirtschaftssystem der Geld-Sklaverei  die Menschen, die keine Arbeit haben. Wir beneiden sie nicht wegen ihrer Freizeit, sondern bestrafen sie, weil sie kein Geld haben und die Wohltätigkeit des Gemeinwohls schamlos ausnützten. Mit zunehmender Rationalisierung und Automatisierung der Industrien sollte man meinen, die menschliche Sklaverei zunehmend zu beseitigen. Aber indem die vertriebenen Sklaven bestraft und ihnen die Kaufkraft vorenthalten wird, berauben sich die Hersteller wiederum ihrer Absatzmöglichkeiten und Märkte für ihre Produkte.

Die Maschinen produzieren im Sinne der Rentabilität immer mehr, die menschliche Arbeitskraft und die Menschen dahinter selbst immer weniger. Die Produkte häufen sich an, weil sie nicht verteilt und nicht konsumiert werden können. Unter anderem, weil zu wenige genügend Geld verdienen können und weil selbst der gierigste und rücksichtsloseste Kapitalist keine 10 Kilo Butter pro Tag verbrauchen kann. Welch ein bizarres Paradox, bei dem sich die Katze selber in den Schwanz beißt.

Das Luxusproblem und die resultierende Notwendigkeit der Gelddefinition

Jedes Kind hat doch kapiert, dass Geld eine bequeme Möglichkeit ist, den klassischen Tauschhandel zu eliminieren, damit man nicht mit Eiern oder Stoff auf den Markt gehen muss, um sie gegen Fleisch und Gemüse einzutauschen. Wenn Sie jedoch nur noch Ihre körperliche oder geistige Energie in der Arbeit tauschen müssten, die jetzt zum Großteil von Maschinen erledigt wird, käme ein neues Problem, vielmehr ein Luxusproblem: Was werden wir beruflich machen und wie werden die Hersteller Kunden für ihre Tonnen von Butter und Würste finden? Eine vernünftige Lösung wäre, dass sich die Gemeinschaft als Ganzes für die von den Maschinen geleistete Arbeit Kreditgelder ausgibt. Dies würde eine faire Verteilung ihrer Produkte und eine angemessene Bezahlung ihrer Eigentümer und Manager ermöglichen, so dass sie in größere und bessere Maschinen investieren könnten. Und der wachsende Wohlstand würde aus der Effizienz und dem geistigen Investment in Maschinen und Systemoptimierung resultieren, anstelle von ritueller Manipulationen mit Gold, Devisen oder weiteren Scheinwerten, die größtenteils auf Täuschung beruhen. Umso wichtiger ist bei diesem realistischem Szenario die Umsetzung eines einheitlichen Maßstabs für Geld genauer gesagt für Geldwerte. Wir brauchen die Definition der Währung in einer Einheit Zeit und Leistung, nicht in Gold und auch nicht in Statistischen Werten aus BIP, Leistungsversprechen und Kreditwürdigkeit welcher Art auch immer.

Vom definierten Vertragsgeld auf Basis von Cryptowährung

Ein Lösungsansatz zur Ergänzung des Staatskredits wäre das Vertragsgeld, bei dem auf Basis von allgemeingültigen Leistungssätzen wie Arbeitszeit – unabhängig von jeglicher Qualifikation – die Akteure Leistungen und Erzeugnisse untereinander austauschen in dem Sie statt klassischen Geld Smart-Contracts miteinander verwalten. Diese Smart Contracts können so individuell wie nur was sein, müssen sich aber an die Konstanten Zeit, Energie, vieleicht sogar Co2 Ausstoß halten. Es muss nur gewährleistet sein, das ein anderen Teilnehmer in der Wirtschaftskette vergleichbare Leistung erbringen kann.  Das Prinzip der Blockchain macht es möglich! Das Grundprinzip einiger Crypto Währungen, wie Bitcoin oder Ethereum kann dabei helfen dieses Gedankenspiel vom definierten Vertragsgeld durch zu exerzieren und würde sogar noch den Interpretationsspielraum von Zeitwerten erlauben, um die Attraktivität bei den geblendeten zu erhöhen. Und zwar in dem die Lebenszeit eines Menschen (Arzt) ein vielfaches der gleichen Lebenszeit eines anderen Menschen (Gärtner) in einem Tausch definiert werden kann. Solange sich Mitmenschen finden, die diesen Tausch quasi als „Miner“ bestätigen würde die gesellschaftliche Ungleichheit, die unser heutiges Kastensystem prägt gewahrt werden können, und trotzdem ginge es dabei jedem besser! Die Reichen blieben unter sich, der Pöbel bliebe unter sich und allen geht es gleich gut an Reichtum durch Grundsicherung. Eine weitere Maßnahme wäre den Erhalt der Quellentrennung. So wie wir heutzutage Geld in Kapitalmärkten und aus Schulden schöpfen genauso können wir im definierten Vertragsgeld ebenso ein Trennung von Grundsicherung/ Staatskredit und frei erwirtschaftetem Vertragsgeld einführen. Die Menschen, die noch nie geleistet haben, weil sie glauben, das Geld arbeite für sie werden allerdings das Nachsehen haben, weil eine Umschichtung von monetärem Reichtum in Vertragsgeld oder Realgeld nicht möglich ist, sonder nur durch reale Leistung erfolgen kann. Jeder hätte die gleichen Startchancen abgesehen von Bildung und körperlicher Fähigkeiten.

Krieg als Mittel zum Zweck – der Wahnsinn im System des Wahnsinns

Was ist das für ein Wahnsinn? Die Wirtschaft boomt, obwohl fast überall auf der Welt Krieg ist. Die Börse stellt kurz nach dem Crash neue Rekorde auf. Der Kapitalismus entdeckt das Entwicklungsland China als wettbewerbsfähigste Wirtschaft der Welt. Durch steigenden Konsum bei steigender Unterdrückung von Menschensklaven sind wir versichert, dass wir reicher sind als je zuvor und von Tag zu Tag reicher werden. Wir haben doppelt so viel Millionäre wie vor dem Crash und noch mehr Milliardäre (weltweit). Uns wird aber auch gesagt, dass es nicht mehr genug Geld gibt, um unseren Kindern eine angemessene Ausbildung zu bieten, Gesundheits- und Sozialleistungen für die Armen, Umweltschutz, Lohn für Arbeiter, öffentliche Gelder für Kunst und Öffentlichkeit oder angemessene Versorgung für ältere Menschen. Nach der offiziellen Weisheit können wir uns, obwohl wir reicher sind, doch nicht mehr leisten, was wir einst als selbstverständlich erachteten. Wie ist das möglich? Was läuft hier falsch?

Ein kurzer Hinweis: Das Problem ist definitiv kein Geldmangel. Geld ist immer Genug da, die ganze Welt ist voll davon. Allein einige Milliardäre der Welt haben finanzielle Vermögenswerte, die über den jährlichen Einkünften der Hälfte der Menschheit liegen.

Das Problem ist folgendes: Ein räuberisches globales Finanzsystem, getrieben von dem einzigen Imperativ, immer mehr Geld für diejenigen zu verdienen, die bereits viel davon haben, erschöpft rasch das reale Kapital – das menschliche, soziale, natürliche und sogar physische Kapital, davon hängt unser Wohlbefinden ab. In der Religion des Geldes und der Wirtschaft ist der Mensch gleich doppelt zur Ressource geworden, sowohl als Kostenfaktor, als auch als Kapitalfaktor. Dem Mensch und ihm alles andere inklusive Planet untergeordnet, steht die Idee des Profits und grenzenlosem Wachstums gegenüber, nicht mehr der Mensch und das Mensch sein. HAUPTSACHE PROFIT! Die Zahlen müssen stimmen, koste es was es wolle. Wer hat das schon mal gehört? Wer das hört, dem rate ich den Ort schnellstmöglich zu verlassen.

Dadurch das wir aufgrund des etablierten Kreditvergabesystems unendlich viel Geld schöpfen können, was eine geniale gesellschaftliche Errungenschaft ist, müssten wir doch bereits längst den absoluten Wohlstand erreicht haben. In gewisser Weise und in einigen Ländern haben wir dies bereits, aber durch das selbstzerstörerische Mittel, Kredite (jetzt Schulden genannt) für Fortschritt in der Grundversorgung und Bildung zu investieren haben wir es seit jeher in Kriegsmaschinen investiert. Hätten wir das, was die Nationen der Welt seit 1914 für Kriege ausgegeben haben, in vernünftige Technologien gesteckt, könnten wir bestimmt jeden Menschen auf der Erde mit einem komfortablen unabhängigen Einkommen absichern. Aber weil wir Reichtum mit Geld verwechseln, verwechseln wir die Kreditvergabe mit der Verschuldung. Niemand verschuldet sich außer im Notfall, durch Dummheit oder durch Kalkül. Daher hängt der heutige Scheinwohlstand davon ab, den ewigen Notfall eines Krieges aufrechtzuerhalten. Wir sind auf bizarre Art und Weise also auf das selbstmörderische Mittel der Erfindung von Kriegen reduziert. Wenn wir stattdessen einfach Geld hätten erfinden können, vorausgesetzt, der erfasste Betrag wäre immer in einem angemessenen Verhältnis zum tatsächlichen Reichtum. Umso wichtiger ist nun durch diese Erkenntnis die Umsetzung einer Einheitsdefinition von Geld. Die Schwierigkeit besteht darin, dass bei unserem heutigen Aberglauben über Geld die Umsetzung eines garantierten Grundeinkommens von beispielsweise 100.000 Euro pro Jahr und Person zu einer wilden Inflation führen würde. Die Preise würden in die Höhe steigen, um die riesigen Mengen an neuem Geld für den Kapitalmarkt “einzufangen”, und in Kürze wäre jeder in der Realwirtschaft, im echten Leben auf 100.000 pro Jahr ein Armer mittelloser Mensch. Die unglücklichen, Geldnoten-hypnotisierten Verkäufer erkennen nicht, dass das so gewonnene Geld bei jeder Preiserhöhung immer weniger Kaufkraft erhält, weshalb mit zunehmendem materiellen Wohlstand der Wert der Währungseinheit (Euro, Dollar oder Pfund) sinkt. Die Wirtschaft zwingt sich selbst immer schneller größere Räder zu drehen, um dort zu bleiben, wo sie ist. Anstelle die Maschinen und das Wirtschaftssystem mit dem Irrglauben an Wachstum auf Vollast immer weiter zu betreiben sollte man es auf ein geregeltes nur notwendiges und nachhaltiges Maß runterfahren. Die Preise müssen mehr oder weniger so bleiben, wie sie sich zum Zeitpunkt der Verschiebung befinden, und auf wundersame Weise wird jeder feststellen, dass er genug zum leben, zu essen, zu trinken und Wohlstand hat.

Das Versagen der Menschheit

Ich neige daher zu der Ansicht, dass die praktische Politik davon ausgehen muss, dass die meisten Menschen entweder streitsüchtig und bösartig oder dumm sind, oder beides zusammen, dass ihre Entscheidungen in der Regel kurzsichtig und selbstzerstörerisch sind und dass die Menschheit aller Wahrscheinlichkeit nach als biologisches Experiment versagen wird. Versagen wird die Menschheit auch wegen der Politik, weil sie sich blind darauf verlässt und da auch dort Profit vor Gemeinwohl gestellt wird. Wegen dem vertrauen in das Gespenst der Demokratie. Es liegt doch auf der Hand, das die parlamentarische Demokratie, gar keiner Demokratie im Sinne ihres Begriffs entspricht. Ob es eine versteckte Diktatur ist kann ich nicht auf die schnelle beweisen, aber das die Manipulation der Masse durch die Mainstream Medien ein politisches Werkzeug ist kennen wir ja bereits irgendwoher. Die Politik entfernt sich nicht nur immer weiter vom Volk, sondern verschließt sich bewusst dem technischem Fortschritt in ihrer volksnahen Entwicklung.  Die Politik ist blind gegenüber der Realität zwischen Natur, Wirtschaft und Mensch. So wie die Menscheit seit längerem von einigen Clans und Global-Connections hinters Licht geführt wird, so ist die Politik nur ein besserer Handlanger der wahren Strippenzieher. Die parlamentarische Demokratie müssten dem technischen Fortschritt zum Opfer fallen! In dem wir durch Social Networks, Internet, Blockchaintechnologie usw. die Entscheidungsgewalt wieder zurück zum Volk geben. Ob das die Lösung ist und ob das gut ist, steht auf einem anderen Blatt.